42astro

Ringmond

C2023

Februar 2025

Beim nächtlichen Spaziergang mit meinem Hund fiel mein Blick auf den Himmel, wo der Mond von einem wunderschönen, leuchtenden Ring umgeben war. Ein beeindruckendes Schauspiel! Ich hoffte, dass das Phänomen noch eine Weile anhalten würde, damit ich es nach meiner Rückkehr fotografieren könnte. Zuhause baute ich schnell meine Kamera mit Stativ auf und versuchte, den Ring bestmöglich einzufangen. Doch eine Herausforderung zeigte sich sofort: Der Mond selbst war viel zu hell und überstrahlte das Bild. Trotzdem gelang es mir, den feinen, schimmernden Ring sichtbar zu machen.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Dieses beeindruckende optische Phänomen wird als „Mondhalo“ bezeichnet und entsteht durch die Brechung und Reflexion des Mondlichts an unzähligen winzigen Eiskristallen und Wassertröpfchen in der oberen Atmosphäre. Die Kristalle wirken wie winzige Prismen, die das Licht in einem charakteristischen Winkel von etwa 22 Grad umlenken – daher hat der Ring immer dieselbe Größe. Solche Halos treten besonders häufig bei dünnen, hohen Zirruswolken auf und können ein Hinweis auf eine Wetteränderung sein.

Unter Mehr befinden sich technische Details zu der Aufnahme.

Technische Details

Equipment

Parameter Wert
Kamera Nikon D7500
Objektiv Samyang 2.8/14mm
Stativ Rollei C6i Carbon
Intervalometer Hama

Aufnahme

Parameter Wert
Ort Uitikon (ZH), ~550m ü. M.
Datum 09.02.2025
Blende 4.5
Belichtungszeit 10 sec
ISO 200
Bearbeitung Keine

Sternenspuren

C2023

Januar 2025

Dieses Bild entstand in einer eiskalten Januarnacht in den Bündner Bergen. Während ich draußen in der klaren, stillen Nacht stand, faszinierte mich der Anblick des Himmels, an dem sich die Sterne langsam über die Zeit zu bewegen schienen.

Um diesen Effekt festzuhalten, richtete ich meine Kamera auf den Himmel und machte über einen längeren Zeitraum hinweg viele Einzelaufnahmen. Später legte ich diese Bilder übereinander, sodass die scheinbaren Kreisbahnen der Sterne sichtbar wurden. Besonders spannend fand ich dabei die Spiegelung der Sternenspuren im Fenster unten im Bild – ein schöner, unerwarteter Effekt.

Der aufmerksame Beobachter wird im Bild noch weitere interessante Details entdecken: Mehrere gestrichelte Linien verraten die Spuren von Flugzeugen, deren blinkende Positionslichter im Zeitraffer sichtbar werden. Außerdem ist eine kürzere, durchgezogene Linie zu sehen – die Spur eines Meteors, der für einen kurzen Moment über den Himmel zog.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Die faszinierenden Sternenspuren entstehen nicht durch eine tatsächliche Bewegung der Sterne, sondern durch die Drehung der Erde um ihre eigene Achse. Die Erdrotationsachse verläuft durch den Nord- und Südpol und zeigt auf der Nordhalbkugel in Richtung Polarstern. Wenn eine Kamera für längere Zeit auf diesen Punkt ausgerichtet bleibt und kontinuierlich Fotos aufnimmt, erscheinen die Sterne als kreisförmige Spuren um diesen Fixpunkt.

Der Effekt entsteht durch eine Technik namens „Star Trails“ (Sternenspuren), bei der entweder eine Langzeitbelichtung oder eine Überlagerung vieler Einzelbilder verwendet wird. Besonders beeindruckend wird das Bild, wenn sich zusätzliche Reflexionen oder Landschaftselemente ins Motiv einfügen – wie in diesem Fall die Spiegelung der Spuren im Fenster.

Unter Mehr befinden sich technische Details zu der Aufnahme.

Technische Details

Equipment

Parameter Wert
Kamera Nikon D7500
Objektiv Samyang 2.8/14mm
Stativ Rollei C6i Carbon
Intervalometer Hama

Aufnahme

Parameter Wert
Anzahl Bilder 90
Blende 3.2
Belichtungszeit 60 sec
ISO 100
Bearbeitung Photoshop

Weitere Bilder

Uups, something went wrong...

Auf diesem Bild ist der komplette Aufbau mit Kamera und Stativ zu sehen. Ein stabiles Stativ ist dabei unerlässlich, da jede einzelne Aufnahme eine Belichtungszeit von 60 Sekunden hat. Selbst kleinste Erschütterungen würden die Sternenspuren verwackeln und das gesamte Bild ruinieren.

Um den Effekt der kreisförmigen Sternenspuren zu erzeugen, werden viele dieser Langzeitbelichtungen hintereinander aufgenommen. Die gesamte Sequenz erstreckt sich über etw. 1.5 Stunden, je nachdem, wie ausgeprägt die Sternenspuren im finalen Bild sein sollen.

Pferdekopfnebel

C2023

Dezember 2024

Dieses Bild entstand zwischen Weihnachten und Neujahr während einer mondlosen Nacht in den Bündner Bergen. Perfekte Bedingungen für Astrofotografie: ein klarer Himmel, wenig störende Lichtverschmutzung und ausreichend Zeit, um eines der schönsten Wintermotive einzufangen.

Das Foto zeigt zwei faszinierende Nebelgebiete im Sternbild Orion: den Pferdekopfnebel (IC 434) und den Flammennebel (NGC 2024). Orion ist eine der markantesten Winterkonstellationen und bereits früh am Abend tief im Südosten zu sehen. Im Laufe der Nacht steigt er immer höher und erreicht seinen höchsten Punkt um Mitternacht.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

IC 434 ist ein Emissionsnebel, dessen rötliches Leuchten von ionisiertem Wasserstoff stammt. Die intensive Strahlung eines nahen Sterns regt die Wasserstoffatome an, wodurch der Nebel zum leuchten gebracht wird. Direkt davor liegt der berühmte Pferdekopfnebel – eine dichte Dunkelwolke aus Gas und Staub, die sich als markante Silhouette vor dem leuchtenden Hintergrund abzeichnet.

Der Flammennebel (NGC 2024) beherbergt einen jungen, dichten Sternhaufen. Ein massereicher Stern aus dieser Region gilt als Hauptquelle der Ionisation, die den Nebel zum Leuchten bringt. Die gelblich-braunen Töne des Nebels entstehen durch Staubpartikel, die das Licht reflektieren und streuen.

Das Sternbild Orion enthält noch viele weitere beeindruckende Himmelsobjekte. Einige davon sind auf weiteren Aufnahmen zu sehen.

Details zu den Objekten

Pferdekopfnebel (IC434)

Parameter Wert
Sternbild Orion
Winkelausdehnung 8’x 6’ (Im Vergleich der Mond: 31’ max)
Entfernung 1500 Lj

Flammennebel (NGC2024)

Parameter Wert
Sternbild Orion
Winkelausdehnung 30’x30’ (Im Vergleich der Mond: 31’ max)
Entfernung 1500 Lj
Durchmesser 13 Lj

Equipment

Parameter Wert
Montierung Skywatcher HEQ-5 Pro
Refraktor Zenithstar Z61/360mm
Hauptkamera ZWO ASI533MC Pro
Guidekamera ZWO ASI220MM Mini
Autoguiding ZWO Asiair

Aufnahme

Parameter Wert
Ort Lumnezia (GR), 1200m ü. M.
Datum 30.12.2024
Bilder
  • Lights: 70 x 180s (Total integration time: 210min)
  • Darks: 20
  • No flats, no bias
Gain 100
Cooling -10 C
Filter Keine
Bearbeitung
  • Stacking in Siril
  • Post processing in Photoshop
  • No flats, no bias

Additional Shots

Additional Image 1

Orionnebel

Dieses Bild zeigt den Orionnebel (M42), eines der bekanntesten Deep-Sky-Objekte. Da ich ihn in einem zukünftigen Beitrag noch ausführlicher vorstellen werde, gibt es hier nur eine kurze Beschreibung.

Mit der Qualität des Bildes bin ich noch nicht ganz zufrieden – die zentrale Region ist überbelichtet und wirkt ausgebrannt. Das liegt an der hohen Dynamik des Nebels: Der Kern ist extrem hell, während die äußeren Bereiche deutlich schwächer leuchten. Diese Herausforderung erfordert eine bessere Aufnahmetechnik, an der ich noch arbeiten werde.

Das Besondere am Orionnebel ist, dass er bereits mit bloßem Auge sichtbar ist. In den folgenden Bildern zeige ich, wie das Sternbild Orion aussieht und wo genau sich M42 darin befindet.

Tipp: Wer den Orionnebel selbst beobachten möchte, sollte die nächste klare Nacht nutzen – es lohnt sich!

Parameter Wert
Bilder
  • Lights: 70 x 180s (Total integration time: 210min)
  • Darks: 20
  • Flats: 20
  • Bias: 20
Gain 70
Cooling -10
Filter Keine
Additional Image 2

Sternbild Orion mit Plejaden

Hier ist mein Setup mit Montierung und Refraktor, ausgerichtet in Richtung Südosten. Tief am Horizont ist das Sternbild Orion mit dem Orionnebel (M42) zu erkennen. Weiter oben leuchten die Plejaden, die ich in einem anderen Beitrag noch ausführlicher vorstellen werde.

Für alle, die Orion oder die Plejaden auf dem Bild nicht sofort entdecken – einfach weiter nach unten scrollen!

Additional Image

Sternbild Orion mit Plejaden - aufgelöst!

Dies ist das gleiche Bild wie zuvor, aber mit Markierungen der wichtigsten Objekte:

  1. Orionnebel (M42)
  2. Pferdekopfnebel (IC 434)
  3. Beteigeuze
  4. Plejaden (M45)

Nun lassen sich die Himmelsobjekte leichter zuordnen!

Plejaden

C2023

Dezember 2024

Auf die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich mich ganz besonders gefreut. Vor einigen Monaten hatte ich mir eine „richtige“ Montierung zugelegt, die es mir ermöglichen würde, Himmelsobjekte einfacher zu finden und dank genauerer Nachführung längere Belichtungen zu machen. Leider waren die Wetterbedingungen im Herbst schlecht, sodass ich mein neues Equipment noch nicht richtig testen konnte.

Nun musste nur noch das Wetter und der Mond mitspielen – und ich hatte Glück! Der Himmel war klar, und es gab mehrere aufeinanderfolgende mondlose Nächte. Die perfekte Gelegenheit, endlich mein neues Setup auszuprobieren. Die Frage war nur: Welches Objekt sollte ich in der ersten Nacht aufnehmen?

Die Entscheidung fiel schnell: die Plejaden (M45). Ich hatte diesen offenen Sternhaufen bereits vor einiger Zeit mit demselben Refraktor, aber einer leichteren Montierung fotografiert. Das damalige Ergebnis war eher enttäuschend, weshalb ich nun umso gespannter auf das neue Resultat war.

Wissenschaftlicher Hintergrund:

Die Plejaden, auch „Siebengestirn“ oder „Sieben Schwestern“ genannt, sind ein offener Sternhaufen in unserer Milchstraße. Er enthält rund 400 Sterne, ist etwa 444 Lichtjahre entfernt und hat ein geschätztes Alter von 125 Millionen Jahren.

Rund um die Plejaden ist ein bläulicher Reflektionsnebel zu sehen. Dieser entsteht, weil das Licht der heißen, jungen Sterne an interstellarem Staub reflektiert und gestreut wird. Früher ging man davon aus, dass dieser Staub ein Überrest der Entstehung des Sternhaufens sei. Doch bei einem Alter von 125 Millionen Jahren hätte der Strahlungsdruck der Sterne den Staub längst davongeblasen. Heute nimmt man an, dass die Plejaden gerade zufällig durch eine besonders staubreiche Region des interstellaren Raums ziehen – ein faszinierender Zufall, der ihnen ihr charakteristisches Erscheinungsbild verleiht.

Unter Mehr befinden sich technische Details zu der Aufnahme.

Details zum Objekt

Plejaden (M45)

Parameter Wert
Sternbild Stier
Winkelausdehnung 2 grad (etw. 4x so gross wie der Mond)
Entfernung 444 Lj
Alter 125 Mio Jahre

Equipment

Parameter Wert
Montierung Skywatcher HEQ-5 Pro
Refraktor Zenithstar Z61/360mm
Hauptkamera ZWO ASI533MC Pro
Guidekamera ZWO ASI220MM Mini
Autoguiding ZWO Asiair

Aufnahme

Parameter Wert
Ort Lumnezia (GR), 1200m ü. M.
Datum 28.12.2024
Bilder
  • Lights: 20 x 180s (Total integration time: 60min)
  • Darks: 10
  • No flats, no bias
Gain 70
Cooling -10 C
Filter Keine
Bearbeitung
  • Stacking in Siril
  • Post processing in Photoshop
  • No flats, no bias